Eigentlich sollte ich ja lernen...

Gewissermaßen verloren, gewissermaßen verzweifelt in diesem New York, unter diesem Schneefall. Nicht zusammen, nicht zusammen gehörend. Ebenso wenig wie damals. Ziellos, doch beruhigt, für eine kurze Zeit. Denn es gab seltene Augenblicke, in denen nichts zählte, in denen sie nichts sein mussten. In denen sie sich gedankenverloren ihrer urbanen Melancholie hingeben konnten, mit großen, traurigen Augen umher blickend. Augenblicke, in denen sie selbst schließlich glauben konnten, diese Zeit wäre eine andere. Die Frage nach dem warum hier und nach dem warum jetzt hallte für Momente nicht nach in ihren Worten, sie konnten ihrem Leben nicht zustimmen, sie konnten nicht daran glauben. Doch in mitten eines andauernden, vertrauten Gefühls durch die Hölle zu gehen, gab es Augenblicke.

Und dann, dachte er, versuchen sich nicht so schrecklich ernst zu nehmen, nichts so ernst zu nehmen. Sich vergessen, wieder einmal. Plötzliches Gefühl von wirklicher Einsamkeit, Telefonieren von einem Münzapparaten, doch zu der Party gehen. Nur, um sich zu betrinken, um etwas zu verlieren. Im besten Fall seinen Verstand, und zwar für immer. Doch warum, dachte er, sollte etwas im Leben so einfach sein? Spätes Eintreffen, zu einem Zeitpunkt, als die Dinge anfingen zu passieren. Verlangen nach Alkohol, Verlangen nach viel mehr. Orientierungslosigkeit in einer zu kleinen Wohnung in Brooklyn, sich gefangen fühlen, und dann doch wohl. Ein Haufen von fabelhaften Mädchen treffen, erkennen, dass das cool kid heute jemand anderes ist, wie immer. Erkennen der eigenen Unzulänglichkeit, der Hässlichkeit, Faulheit, Nutzlosigkeit. Trotzdem spielen. Trotzdem.

 

19.12.07 12:58

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